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Privatärztliche Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen
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Hämophilie

Die Hämophilie ist umgangssprachlich auch als Bluterkrankheit bekannt. Hämophilie ist eine erbliche Gerinnungsstörung, bei der die Blutstillung verzögert ist oder nur unzureichend abläuft. Ursache ist ein Mangel oder ein komplettes Fehlen bestimmter Gerinnungsfaktoren, die für eine stabile Blutgerinnung notwendig sind. Bei Hämophilie-Betroffenen können bereits kleine Verletzungen zu verstärkten und langanhaltenden Blutungen führen.

Formen der Hämophilie

Die Hämophilie wird in zwei Formen unterschieden: Hämophilie A und Hämophilie B. Die Hämophilie A ist die häufigere Variante und entsteht durch einen Mangel des Gerinnungsfaktors VIII. Bei der Hämophilie B fehlt hingegen der Gerinnungsfaktor IX. Beide Formen unterscheiden sich in ihrer Ursache, zeigen jedoch ein sehr ähnliches klinisches Erscheinungsbild.

Der Schweregrad der Erkrankung hängt davon ab, wie stark der jeweilige Gerinnungsfaktor vermindert ist. Man unterscheidet leichte, mittelschwere und schwere Verlaufsformen. Bei schweren Ausprägungen können Blutungen auch ohne erkennbare äußere Einwirkung auftreten, insbesondere in Gelenke oder Muskeln.

Symptome der Hämophilie

Hämophilie-Symptome können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Typisch sind langanhaltende Blutungen nach Verletzungen, Operationen oder zahnärztlichen Eingriffen. Auch spontane Blutungen in Gelenke, sogenannte Hämarthrosen, gehören zu den klassischen Anzeichen. Diese gehen oft mit Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen einher und können langfristig zu Gelenkschäden führen.

Weitere mögliche Symptome der Hämophilie sind großflächige Hämatome und Muskelblutungen. Bei Kindern fällt die Erkrankung häufig durch ungewöhnlich starke Blutergüsse oder verlängerte Blutungen nach Impfungen oder Stürzen auf. Schleimhautblutungen, etwa aus der Nase oder dem Zahnfleisch, können ebenfalls auftreten.

Diagnose und Behandlung der Hämophilie

Die Diagnose der Hämophilie erfolgt durch spezielle Blutuntersuchungen, bei denen die Gerinnungszeit und die Konzentration der Gerinnungsfaktoren bestimmt werden. Eine frühzeitige Diagnosestellung ist entscheidend, um spätere Komplikationen, etwa bei größeren Verletzungen oder Operationen, zu vermeiden.

Die Behandlung der Hämophilie besteht in der Regel in der gezielten Substitution des fehlenden Gerinnungsfaktors. Moderne Therapiekonzepte ermöglichen es Betroffenen, ein weitgehend normales Leben zu führen. Durch regelmäßige medizinische Betreuung und individuell angepasste Therapiepläne lassen sich Blutungen wirksam vorbeugen und die Lebensqualität deutlich verbessern.

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